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Atom-Spezial: Restrisken, Fehleinschätzungen

Dieses Thema im Forum "Öko-News" wurde erstellt von Natura, 16 März 2011.

  1. Natura

    Natura Well-Known Member

    Registriert seit:
    5 November 2010
    Beiträge:
    1.598
    Ein neuer Entwurf für eine weltweite Energieversorgung ist notwendig- eine Ansichtssache von Hans-Josef Fell

    Die japanischen Atomkraftwerke gelten nach japanischer Einschätzung als die sichersten der Welt. Diese Fehleinschätzung führte jetzt mit einem Erdbeben der Stärke von 9,0 auf der Richter-Skala zu den schlimmsten Atomnotständen, die die Welt je gesehen hat. Es ist eingetreten, was nicht eintreten darf.

    Ein Erdbeben der Stärke über 8,2 galt in Japan als Restrisiko für Atomkraftwerke (AKW), genauso wie starke Tsunamis. Beides trete höchstwahrscheinlich nicht ein und deshalb müsse man Atomkraftwerke nicht für ein solche Restrisiken auslegen, so die japanische Atomwirtschaft und Atomaufsicht. Tsunamischutzwände wurden ebenso wenig gebaut wie die Erdbebensicherheit für eine Stärke von 9,0 angepasst.

    Ein hoch entwickeltes Industrieland wie Japan ist nun in seiner Existenz bedroht, nicht nur humanitär steht das Land vor einer riesigen Aufgabe, sondern auch ökonomisch wie ökologisch droht das Land zumindest um Jahrzehnte zurückgeworfen zu werden. Bei mindestens einem Meiler in der Küstenregion ist das Containment zerstört. Jetzt sind unvorstellbare Folgen für das japanische Volk und die anliegenden Nachbarstaaten möglich. Im schlimmsten, aber dennoch denkbaren Fall, können große Teile Japans unbewohnbar werden. Einige Landstriche sind offensichtlich schon jetzt stark verstrahlt. Damit könnte eine G-8 Nation von der Erde verschwinden.

    Die Unbeherrschbarkeit der Atomenergie ist erneut unter Beweis gestellt worden, mit dramatischen und nicht erträglichen Folgen für das japanische Volk. Die dortige Atomwirtschaft und Regierungspolitik hat solche von Atomkraftgegnern oftmals beschriebenen Szenarien als ungerechtfertigte Propaganda und ungerechtfertigtes Spiel mit den Ängsten der Bevölkerung abgetan - so wie das auch in Deutschland bis heute üblich ist.

    Auch in Deutschland gibt es Restrisiken. Vor allem Terrorangriffe, z.B. mit einem gezielten Flugzeugabsturz wie am 11. September 2001 oder einem anhaltenden Stromausfall, können in europäischen Reaktoren zu einer Kernschmelze mit verheerenden Auswirkungen wie in Japan oder Tschernobyl führen. Kein nukleares Sicherheitssystem der Welt kann eine so ausgelöste Kernschmelze sicher beherrschen oder verhindern. Die einzige Sicherheit vor den Gefahren der Restrisiken ist und bleibt das Abschalten der Reaktoren.

    Die verheerende humanitäre und nukleare Katastrophe in Japan hat die Welt nachhaltig verändert. Selbst die deutsche Bundesregierung hat mit ihren Vorschlägen erkannt, dass eine Rückkehr zu „business as usual" so nicht möglich ist. Doch was wir jetzt brauchen, ist ein völlig neuer Entwurf für die weltweite Energieversorgung.

    Einen Vorschlag für die weltweite Systemumstellung liefern zwei renommierte US-Universitäten. Die Professoren Mark Z. Jacobson (Stanford University) und Mark A. DeLucchi (Davis University) haben einen Plan für eine emissionsfreie Welt für die Erde vorgelegt, der aufzeigt, dass die Umstellung auf eine globale Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien bis 2030 technologisch und industriell machbar und ökonomisch sinnvoll ist.

    Es liegt nun an der deutschen Bundesregierung, der Europäischen Union sowie den weltweiten Regierungen die notwendigen Schritte hin zu diesem Systemwandel zügig anzugehen.

    Das von Kanzlerin Merkel angekündigte Moratorium der Laufzeitverlängerung und die Ankündigung die ältesten sieben Reaktoren nur kurzzeitig vom Netz nehmen zu wollen, riecht nach einer hilflosen politischen Überlebensstrategie um über die Landtagswahlen zu kommen. Die Grüne Bundestagsfraktion wird deshalb die Regierung auffordern, die Abschaltung der sieben ältesten Meiler plus Krümmel als erste Sofortmaßnahme durch eine Gesetzesänderung juristisch abzusichern.

    Mit freundlicher Genehmigung durch: http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1057026
     

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