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Horror Demeterhof oder alles Lüge?

Natura

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eben bei Facebook gefunden:

Demeterhof Klostersee, 23743 Grönwohldshorst

http://www.facebook.com/pages/Demeter-Hof-Klostersee/217630541613347?sk=wall

Es trug sich zu, dass ich am Sonntag, den 24. September 2011 meinen Nachmittagsspaziergang mit meinen Hunden am Strand Klostersee machte. Ein Segen und ein Fluch zugleich.
Auf dem Hinweg passierten wir die Koppel des Demeterhofes Klostersee. Viele Kühe, ein paar Kälber. Wie das Landleben eben so ist. Irgendwas brachte mich dazu, mich am Ende der Koppel nochmal umzudrehen, um dann ein scheinbar frisch geborenes Kalb zu sehen. "Willkommen auf der Welt" dachte ich.
Auf dem Rückweg fuhren wir wieder an der Koppel vorbei, und ich fand es schon ein bisschen doof, als ich feststellen musste, dass alle Kühe und Kälber nicht mehr da waren. Aber ich hatte mich ja auch geirrt. Es waren ja nicht alle weg. Der weiße Fleck auf der Koppel, der mich dazu brachte meine Mutter anzumaulen, sie solle anhalten, "da liegt das Kalb"... war das Kalb. Mittlerweile musste es so ca 1 Std auf dieser Welt sein. Ein Baby also.
Je näher ich kam, desto klarer wurde, dass hier definitv etwas nicht stimmen konnte. Meine Mutter und ihre Nachbarin riefen mir zu, ich solle wieder kommen, es würde sich ja nicht bewegen und wäre bestimmt tot, wir sollten dem Bauern Bescheid sagen. Das stimmte so nicht ganz, denn plötzlich stand ich vor dem grausamsten Bild, dass ich jemals selbst sehen musste.

Dieses Babytier, Kalb, war an den Hinterläufen gefesselt. Es reagierte auf meine Stimme, konnte aber seinen Körper nicht bewegen, weil dieser völlig verdreht war. Wie ein ausgewrungener Waschlappen. Aber es reagierte auf mich. Mit seinen Augen. Die ich nicht sehen konnte, weil nur noch das Weiße sichtbar war. Nur noch das Weiße! Es war ein gefesseltes, blindes Kalb mit weißen Augen, und die hat es bewegt. Und das werde ich nie vergessen.

Leider kenne ich diese Welt und die Schandtaten, die Menschen an Tieren verüben, denn ich war selbst im Tierschutz tätig, und habe schon unzähligen Tieren das Leben gerettet. Ich weiß, dass ich ohne Fotos nur diesem Kalb helfe, aber nicht den anderen. Was nicht in Frage kommen kann. Ich musste also nach Hause und meine Kamera holen, in dem Wissen, dass dieses Tier verdreht wie ein Waschlappen, noch mit Nabelschnur, gefesselt und blind auf der Weide liegt. Ein paar Meter neben seiner Nachgeburt.
Und den Krähen.

Als ich wieder da war, lag es ein paar Meter weiter, der Vergleich mit dem Waschlappen stimmte auch jetzt noch. Und so furchtbar es auch war, ich konnte dieses arme Babytier nicht einmal sofort befreien, sondern nur mit ihm reden und ihm erklären, warum es immer noch kurz so gepeinigt ausharren muss.
So langsam aber sicher gesellte sich eine, wie sie selbst erklärte, Praktikantin des Demterhofes Klostersee dazu. "Was das hier für eine Scheisse sei, habe ich sie gefragt. Wer denn dieses Tier so gefesselt hätte. Wie sowas überhaupt zustande kommen kann,und das noch auf einem DEMTERHOF!!???? Ob sie sich eigentlich bewusst sei, dass dieses hier absolute Tierquälerei ist?
Ihre Antwort war lange nicht so schockierend, wie die ganze Situation, aber sie war dennoch sehr böse. Sie "hatte eben keine Lust, das Kalb mitzunehmen, wenn sie die Mutter melken. Das nervt immer, weil die trinken wollen!" Ob sie nicht sehen würdewie verdreht das Tier da liegt, wollte ich wissen, während sie die Hinterbeine, die sich ebenso wie der Kopf auf der FALSCHEN Seite des Körpers befanden, wieder in eine als normal anzusehende Position brachte. Die Frage war wohl doof, denn "das ist ja klar, die versuchen ja zu laufen." OK.
Als ich sie dann informierte, dass ich Fotos habe, und diese weiterleiten werde, weil ich gesehen habe, wie dieses Kalb vor mittlerweile gut 1,5 Std versucht hat aufzustehen, und somit frisch geboren ist, wurde Madame dann doch hektisch und löste die Fesseln.
Die waren aber so oft um die Beinchen gewickelt, und der Knoten so fest, dass ich in aller Ruhe meine Kamera wieder startklar machen konnte, um Madame bei ihrer Heldenhat bildlich festzuhalten.
Nur... ist die Geschichte, so schön es auch wäre, (und ich weiss wovon ich rede, es WÄRE SCHÖN!!) nicht zu Ende. Das wäre eben wahrscheinlich zu schön. Und das Leben ist ja bekanntlich kein Ponyhof. Auch für Kühe nicht.

Dieses arme kleine Baby wurde also endlich und so bitte von seinen Fesseln befreit, mit denen es aller Wahrscheinlichkeit auf die Welt gebracht wurde, denn es muss die Fesseln schon "getragen haben", als ich es auf der Hinfahrt zu meinem eigentlich gemütlichen Sonntagsspaziergang gesehen habe. Der Anblick bei dem ich fälschlicherweise noch dachte "Willkommen kleines Kuhkind!".
Nun macht es also die ersten Schritte seines Lebens, ohne seine Mutter. Also kann es nur weg. Es ist eine Stunde
auf der Welt, aber eins hat es begriffen. Da wo Menschen sind, passieren schlimme Dinge.

Es stürzt also Kopfüber in einen Schlammgraben, der direkt hinter dem Stromzaum war. Der nun ja nicht mehr stand. Und nun lag es auch noch mit der Nase im Schlamm. Madame fragte mich ob ich ihr denn helfen wolle. Ich musste sichergehen wobei, und fragte "Wobei? Beim Quälen oder beim Retten?" Sie: "Beim Retten." Ich: " Ja, das kann ich wohl." Die Frage an sich war nicht richtig gestellt, denn als die Nase des Kalbs langsam im Schlamm versank und es offensichtlich zu schwach war, den Kopf zu heben, sprang ICH in diesen Graben. Madame erklärte sich aber bereit jemanden vom Hof zu holen. Da so ein Kalb nicht so einfach zu packen ist, und ich kein Bodybuilding betreibe, war es nicht so ganz leicht, dieses Kalb, was so langsam aber sicher zu strampeln begann, aus dem Graben zu ziehen. Ich stand mittlerweile selbst bis über die Knie im Schlamm.

Also blieb mir nur eins übrig. Reden.
Ich habe das Kalb in den Arm genommen und ihm gesagt, dass es sich dringend beruhigen muss, weil ich es sonst nicht heraus bekommen kann.
Dass ich ihm helfen kann, aber dass es sich beruhigen muss. Und plötzlich wurde das Kuhkind ganz leicht. Und... es sah mich an, mit richtigen Augen! und legte mir den Kopf auf die Brust. Ich habe es gestreichelt, und es beruhigte sich. In meinem Arm. Auf 3 gehts los, habe ich gesagt. Gehört, verstanden. Es hat sich zum Aufbruch fertig gemacht, die ganze Anspannung die es brauchte war plötzlich wieder da, und wir haben es geschafft!!. Es hat mir zugehört, und ich habe dieses Kalb ganz alleine die 1,5 Meter aus der Grube gehoben! Ist das nicht herrlich? Ist es! Nur... tja, das mit dem Ponyhof erwähnte ich schon...

Es trug sich zu, dass Madame tatsächlich Wort hielt, und ihren Compagnion mitbrachte. Inklusive Mutterkuh, die sich die Seele aus dem Leib schrie. Und, man mag es kaum glauben, aber ich wurde gefragt, ob ich Hilfe bräuchte! "Danke, wir kommen zurecht!" Das sah Compagnion anders, denn ich hatte einen ganz dummen Fehler gemacht. Das Kalb war auf der falschen Seite des Grabens! Man hätte das Baby nun aussenrum führen müssen, und das kann ja immerhin gar nicht gehen, es ist ja nach seinem ersten Schritt 1,5 Meter in den Graben gefallen. Das Kalb ist ja noch nie gelaufen. Compagnion, ist aber, man konnte es fast vermuten, nicht so zimperlich. Da springt man behende auf die "falsche" Seite des Grabens, und schmeisst es dann aus den Tiefen des Grabens leichtfüssig wie einen Kaffesack der schreienden Mutter vor die Füsse.
Nun noch 3 Meter an den Vorderfüssen über die Weide ziehen, und fertig ist das Werk.

Ich habe vergessen zu erwähnen, dass dieses Babytier so panisch war, dass es, und das wäre vielleicht das Schlimmste von allem, wären da nicht die Augen, diese weissen Augen gewesen, dass es, während diesen ganzen Dramas, kein einzigen Laut von sich gegeben hat. Keinen einzigen. Es hat nicht mal die Rufe seiner Mutter beantwortet. Es hat geschwiegen wie ein Grab.
Soviel Panik, Schmerz und Greul in der allerersten Stunde des Lebens, verschlägt einem wohl auch dann schon die Stimme, wenn man sie noch nie benutzt hat.

Und alles das was gesagt wurde, und das war ja nicht mal viel, lässt ganz deutlich werden, dass dieses Kalb weder das Erste, noch das Letzte Kalb ist, dass auf diese Weise auf dem Demeterhof Klostersee seinen Weg ins "Leben" findet.

Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen , solange müssen Tiere fühlen, das MENSCHEN NICHT DENKEN !!! Und wohl auch nur sehr eingeschränkt fühlen.
Ich habe das direkt mal an den Vorstand von Demeter weitergeleitet und um Stellungnahme gebeten.
 

Adaneth

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Weshalb holt er erst die Kamera und fotografiert in aller Ruhe? Ich hätte das Kalb erst mal von seinen Fesseln befreit und ihm geholfen, statt ans fotografieren zu denken.

Das soll nicht heißen, dass ich den Inhalt in Frage stelle, aber der Schreiber dieser Zeilen ist auch nicht viel besser.
 

Natura

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Ist übrigens eine Sie. Aber genau das selbe habe ich auch gedacht. Auch ein bischen verwunderlich das man sofort eine Kamera dabei hatte!??

LG,
Lars
 

Adaneth

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Nein, sie hatte sie nicht dabei, sondern sie hat die Kamera erst noch holen müssen !!!!!!!!!!!

Zitat aus obigem Artikel
"......Ich weiß, dass ich ohne Fotos nur diesem Kalb helfe, aber nicht den anderen. Was nicht in Frage kommen kann. Ich musste also nach Hause und meine Kamera holen,............"
 

Adaneth

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Gibt es nicht auch Fotohandys?

Wo hast du den Artikel überhaupt her? Nicht alles im Netz ist auch wahr, oder noch aktuell.

Ich bin mal gespannt was Demeter dazu sagt.
 

Natura

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steht weiter oben, habe ich heute auf Facebook gefunden. Auf der Facebook-Seite von Demeter hat das auch schon jemand anders gepostet. Ich bin mal gespannt auf die Reaktion vom Vorstand, bzw. ob von da aus überhaupt eine Antwort kommt.

LG,
Lars
 

Astrid Le

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Ich verstehe Euch, aber im Grunde hat sie genau das Richtige getan, sonst hätte sie keine weiteren Schritte einleiten können und sie hat den Hof ja dem Demeterverband gemeldet und sich somit vorbildlich verhalten.
Hut ab für diese Aktion!
Wie schrecklich, dass solche Dinge milliardenfach immernoch geschehen und umso schockierender, dass dies in einem Biobetrieb geschehen ist. :cursing:
LG an Euch,
Astrid
 

Natura

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Es gibt direkt vom Hof eine Stellungnahme:

Die mit dem Photo dokumentierte Situation auf unserer Kälberkoppel zeigt unzweifelhaft ein schlimmes Fehlverhalten unseres Stallteams. Dies bedauern wir alle. Das Fixieren der Hinterbeine ist falsch und nicht zu entschuldigen. Ein Kalb oder anderes Tier auf diese Weise zu binden ist bisher bei uns nicht vorgekommen und wird so auch nicht wieder vorkommen.
Ich möchte versuchen den Hintergrund aus dem diese Situation entstehen konnte zu beschreiben:

Wer über den Sommer an der Straße an Hof Klostersee vorbei kam konnte auf der neu eingezäunten Koppel eine wachsende Schar junger Kälber beobachten, meistens zusammen mit unseren vier Ziegen. Dieser Anblick ist in weiter Umgebung einzigartig, denn auf der Weide frei laufende Kälber, die auch noch gemeinsam mit der Milch ihrer Mütter getränkt werden gibt es in der üblichen Milchviehhaltung nicht mehr.

Ende August haben wir aufgrund der Nässe und der kalten Nächte die Kälbergruppe in den Stall geholt. Nun dient die Weide als Kinderstube für meist eine Kuh mit ihrem Kalb. Unsere Kälber kommen, während der Weidezeit, in der Herde zur Welt. Zur Geburt separiert sich die Kuh, soweit es die Weide zulässt, von der Herde. Wir treiben unsere Herde zweimal täglich oft über weite Strecken zum Melken auf den Hof. Nach der Geburt bleibt die Kuh mit ihrem Kalb auf der Kuhweide während die Herde zum Melken geht. Spätestens zur dritten Melkzeit muss die Kuh mit in den Melkstand um die viele Milch, die über den Bedarf des Kalbes hinaus, im Euter ist abzugeben. Danach kommt sie mit ihrem Kalb wieder alleine auf eine, hier als Kinderstube beschriebene Weide. Kuh und Kalb bleiben recht individuell, meistens jedoch drei bis fünf Tage zusammen. Das photographierte Kalb war 36 Stunden alt und der Zeitpunkt der Aufnahme, die Melkzeit seiner Mutter. Ältere Kälber können mit der Mutter in den Melkstand gehen, ganz jungen Tieren muten wir dies nicht zu, da sie auf dem Weg ausrutschen können. Für die Zeit des Melkens, und Fütterns, also maximal 45 Minuten, bleibt das Kalb alleine auf der Koppel. Dort muß es entweder angebunden oder in eine Hütte gesperrt werden, es sei denn es liegt ruhig in seinem Lager. Auf unseren großen Weiden liegen die Kälber oft in großer Distanz zu ihren Müttern an einer gut getarnten Stelle. Wir haben schon viele Stunden mit Suchen verbracht, die Mütter finden ihre Kälber jedoch sehr sicher.

Unser Umgang mit den Kühen und ihren Kälbern unterscheidet sich deutlich von den üblichen Verfahren in denen die Kälber nach der Geburt direkt von Ihren Müttern getrennt werden und die erste Zeit in Einzelboxen aufgezogen werden.

Wir sind stolz darauf jede unserer Kühe 60 Kühe mit Namen anzureden. Wir arbeiten viel an den Fragen, wie die Zeit um Die Geburt und mit dem Kalb richtig zu gestalten ist. Wir versuchen immer wieder neu auf die individuellen Situationen unserer Tiere einzugehen. Ich meine, es gilt, dieses schlimme Ereignis mit einem unserer Kälber in einem Gesamtzusammenhang unserer Tierhaltung zu sehen, die sicherlich Ihr Vertrauen verdient.
Knut Ellenberg
Hof Klostersee
 

Adaneth

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Hi Astrid

ich bin kein Tierschützer, aber wenn jemand ob nun Tier oder Mensch Hilfe braucht, dann denk ich nicht erst lange nach, sondern tu was zu tun ist, um das Tier aus seiner schlimmen Lage zu befreien.

Im Grunde stimme ich dir zu dass es mutig war, aber wenn ich das hier lese frage ich mich doch was ihr wichtiger war

".......ich konnte dieses arme Babytier nicht einmal sofort befreien, sondern nur mit ihm reden und ihm erklären, warum es immer noch kurz so gepeinigt ausharren muss............."
Warum eigentlich nicht?
Dann wird lange und ausführlich mit der Praktikantin diskutiert, die dann schließlich ruck zuck das Kalb befreit

"......Als ich sie dann informierte, dass ich Fotos habe, und diese weiterleiten werde, weil ich gesehen habe, wie dieses Kalb vor mittlerweile gut 1,5 Std versucht hat aufzustehen, und somit frisch geboren ist, wurde Madame dann doch hektisch und löste die Fesseln............."

Manche Leute entlarven sich durch ihren Stil. Meine Meinung. :)
 

Pollywauz

Lutz Wolfram
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Als ich habe an dieser gesamten Schilderung so meine Zweifel ob es die Wahrheit ist.
Ein Punkt der mich dabei ins grübeln bringt ist die Vorgehensweise die da geschildert wird, obwohl diese Person in ihren Schilderungen erwähnt selbst einmal im Tierschutz gewesen zu sein.
Leider kenne ich diese Welt und die Schandtaten, die Menschen an Tieren verüben, denn ich war selbst im Tierschutz tätig, und habe schon unzähligen Tieren das Leben gerettet.
Als ehemaliges Mitglied im Bereich Tierschutz, müsste Sie ja eigentlich im Besitz von Telefonnummern der entsprechenden Ansprechpartner sein.
Fotos zu machen, als Beweise, ist zwar richtig, aber wenn ich erst eine gewisse Strecke fahren muss, um meine Kamera zu holen, dann kann ich mir eigentlich nicht sicher sein, das das Tier bei meiner Rückkehr noch an seinem Platz ist. Denn sollte es sich bei dem geschilderten wirklich um eine Straftat handeln dann muss ich damit rechnen, das bei meiner Rückkehr die Beweise beseitigt sind.

Ich bin selbst Betreuer eines Schutzgebietes und habe für solche Fälle Telefonnummern von entsprechenden Stellen, sollte mit diesen Nummern keiner erreichbar sein, so wäre die nächste zu verständigende Nummer die Polizei.
 
S

sonnenblümchen

Guest
Hm...aber wenn man sowas macht mit den Kälbern, dann muss man doch auch damit rechnen, dass Menschen, die an dieser Koppel vorbeikommen, das sehen oder irre ich mich da?..Ich weiss nicht, ob ich das glauben soll. Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, aber Demeter ist eine sehr kontrollierte Firma. Und ich bin halt auch vorsichtig bei den Sachen, die hier im Netz verbreitet werden.
 

Natura

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@ Sonnenblümchen

weiter oben hat der Stall von Demeter direkt eine Stellungnahme abgegeben und sich dafür entschuldigt. Also ist es wirklich vorgefallen ! Und das auf einem Demeterhof !

LG,
Lars
 
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Ich muss zugeben, dass mir dieser Bericht Tränen in den Augen hervorrief.
Ich selber lebe in Ostfriesland in einem sehr schönen Warfthaus umgeben von vielen Weiden auf denen noch mehr Kühe stehen, in der näheren Umgebung standen das ganze Jahr über frische kleine Kälber bei ihren Müttern auf den Weiden......keiner diese Höfe hier ist ein Demeter Hof, aber derartiges habe ich dort nie gesehen. Die Kühe, die ihre Kälber bei sich haben, werden auch nicht gemolken, somit fällt das Argument der Dame dort hier auch aus. Gut finde ich, dass sofort geholfen wurde, aber auch, dass der Vorfall dokumentiert wurde. Respekt für diese mutige Tat!!!!

Was dort geschehen ist, ist ein Skandal und darf nicht sein. Aber, wer glaubt, dass man ein besserer Mensch wird, nur weil man auf einem Demeter Hof arbeitet, der irrt.

Sonnige Grüße aus dem schönen Ostfriesland

Lars Linden
 

Pollywauz

Lutz Wolfram
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OK, so wie der Vorfall hier geschildert wird, dürfte es sich um einen realen Fall handeln, da es ja laut Schilderung auch einen Brief vom Hof gibt.

Habe mir mal die "Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung - TierSchNutztV) " und dort den "Abschnitt 2 Anforderungen an das Halten von Kälbern ". Nach dieser Gesetzesverordnung ist ein solches Vorgehen mit Kälbern untersagt, dies wird aber laut dieser Verordnung nur als geahndet Ordnungswidrig.

Was mich an dieser gesamten Schilderung nur irritiert, ist, das sie erst nach Hause fährt und ihre Kamera holt, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt angeblich schon weiß, das es sich um eine Straftat handelt. Nach meiner Meinung, hätte sie die Polizei rufen müssen, da sie um diese Fotos als Beweis zu machen privates Grundstück betreten muss, welche durch eine Zaun abgegrenzt ist.

Was nun das Problem mit der Kontrolle betrifft, da hat es der Demeterverband in solchen Fällen schwer etwas zu prüfen oder nachzuweisen, da ja Kontrollen auf Verstöße der Richtlinien nur Stichprobenweise gemacht werden können.

Hier noch ein Liedtext zum Thema:
Das Kälbchen Lyrics von Wolf Biermann

Krümmt ein Kalb sich auf dem Karren
Liegt gefesselt mit einem Strick
Schwebt'ne Schwalbe durch die Himmel
Fliegt dahin im Bogen und zurück

Refrain

Weht der Wind im Weizenfeld
lacht und lacht und lacht
lacht den ganzen Tag, den langen
und die halbe Nacht
Ej, dona dona dona dona
dona dona dona do

Greint das Kälbchen, grinst der Bauer
Tja, nun bistu nebbich ein Kalb!
Wärst halt besser ein Vöglein worden
Wärst halt lieber worden eine Schwalb

Refrain

Blöde Kälber soll man binden
Schleifen, schlachten, so ist es recht
Doch wer Flügel hat, kann frei fliegen
Der wird niemals eines andern Knecht

Refrain
Quelle: http://www.golyr.de/wolf-biermann/songtext-das-kaelbchen-374749.html

Wolf Biermann ist ein deutscher Liedermacher, welcher viele kritische Texte verfasst hat bzw. verfasst.
Aber wie man diesem Text entnehmen kann wurden Kälber für den Transport oft gefesselt und ich kann mir vorstellen, das einige dies auch heute noch so machen, weil sie es in ihrer Vergangenheit einmal so gelernt hatten.
Diese Personen sind sich dann dabei auch nicht bewusst, ein Fehlverhalten zu begehen.
 

Adaneth

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Das hab ich ja auch geschrieben. Das Verhalten der Frau war grenzwertig, aber ich denke, dass der Bericht auch so gar nicht stimmt, damit meine ich nicht das Fehlverhalten des Demeterhofes, sondern die reiserische Art und Weise wie dieser Bericht verfasst wurde. Man liest das und bekommt schnell Zweifel. Damit tut man dem Tierschutz keinen Gefallen.
 

Pollywauz

Lutz Wolfram
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Das Problem bei dem Bericht ist für mich, das hier ein Ökobetrieb schlecht gemacht wird, ohne das man Ergebnisse einer Untersuchung abzuwarten.
Könnte es nicht auch so sein, das dieses Kalb von anderen Personen, die nicht zum Hof gehören, gefesselt wurde, um dem Hof einen Schaden zuzufügen.
Das Schreiben mit der Stellungnahme mag vom Hof kommen und die Mitarbeiterin vom Hof mag auch das Kalb losgebunden haben,das muss aber nicht zwangsläufig heißen, das es auch Personen vom Hof gefesselt haben.
Was würdet Ihr denn bei einer solchen Sache machen, wenn man Euch mit so einem Vorwurf konfrontiert und Ihr vielleicht nicht wisst, wer dies war. Würde man nicht in solch einem Falle versuchen den Schaden zu begrenzen.

Dies soll jetzt nicht heißen, das ich solche Dinge gut heiß., Ich bin nur der Meinung, das man erst das Ergebnis einer Untersuchung des Falles abwarten sollte, bevor man einen Menschen oder Betrieb brandmarkt. Dies ist hier aber so nicht geschehen, denn es wird nur der Brief des Hofes als Beweis für das Fehlverhalten angeführt. Sollte der Demeterverband ein Fehlverhalten feststellen, so gehe ich davon aus, das man den Richtlinien entsprechende Maßnahmen ergreifen wird, denn solche Verstöße schaden den gesamten Verband. Und es gibt genügend Versuche per Internet die wirklichen Ökobetrieb zu untergraben und in Misskredit zu bringen.
 
S

sonnenblümchen

Guest
@Natura...hab ja geschrieben, dass es da auch schwarze Schafe gibt. Trotzdem habe ich Zweifel, wenn ich das lese. Warum weiss ich nicht ist so ein inneres Gefühl. Natürlich geht so ein Verhalten mal gar nicht. Aber haben wir nicht gesehen, dass bei dem EHEC Erreger auch so viele Höfe in den Ruin getrieben worden sind, obwohl sie damit nichts zu tun hatten. Man sollte da immer sehr vorsichtig sein.
 

Adaneth

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Also ich hab mir mal die Kommentare angesehen auf Facebook, nicht nur zu dem obigen Post. Da wirds mir schlecht, ehrlich. Ich denke, die Leute, die da kommentieren sollten aufpassen, dass das nicht als Rufmord missverstanden wird.

Zitate:
Zu einem älteren Bild [1 Kuh+ 1 Stier (?) auf der Weide] mit zunächst freundlichen Kommentaren : "Ist des eine neue Art von Bondagespielen für pädophile Zoophilisten?"
Dann noch das hier zu einem Bild mit Ferkeln: "werden die nach der geburt auch gleich alle gefesselt und liegen gelassen, alleine und bewegungsunfähig? oder wird das nur mit kälbern praktiziert? und natürlich nur abseits, damits auch keiner sieht? würd jetzt eigtl. sagen SAUEREI, aber schweine würden sowas nicht machen, das schafft nur der mensch!!! :(((((( "

Diese Sache ärgert mich langsam, da gehts nicht mehr darum einen Missstand abzustellen, sondern mein Gefühl sagt mir, dass man da jemanden loswerden möchte. So ein Hass, mit gesundem Menschenverstand kommt man da nicht mehr mit..
 

Pollywauz

Lutz Wolfram
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Den folgenden Satz habe ich schon einmal zitiert.
Leider kenne ich diese Welt und die Schadtaten, die Menschen an Tieren verüben, denn ich war selbst im Tierschutz tätig, und habe schon unzähligen Tieren das Leben gerettet.
Diese Dame war angeblich einmal im Tierschutz tätig. Da drängt sich mir doch die Frage auf, warum Sie diese Tätigkeit nicht mehr ausübt. Vielleicht ist ja gerade dieses Verhalten schuld daran?! Denn um eine ordentliche Arbeit im Tierschutz zu erledigen, kann man nicht sofort jeden, dessen Verhalten einen nicht gefällt, an den öffentlichen Pranger stellen, sondern muss genauso wie jeder andere bestehende Gesetze einhalten.
Was wäre denn, wenn jeder mit jeden so verfahren würde wie dies hier geschieht?
Das was hier an den Tag gelegt wurde ist für mich keine professionelle Tierschutzarbeit, wie ich Sie von Personen, die im Tierschutz tätig waren erwarten würde.
Dies ist in meinen Augen eher eine Hetzkampagne.
 

Natura

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Habe folgende Email von Demeter erhalten:

Sehr geehrter Herr Wilczak,

vielen Dank für Ihren Hinweis, dem wir selbstverständlich unverzüglich nachgehen.

Anbei übersenden wir Ihnen eine erste Stellungnahme des Hof Klostersee’s; wir melden uns sobald wir dazu weitere Informationen haben.

Für heute verbleiben wir



mit freundlichen Grüßen

Marion Rhein
Demeter e. V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/
Vorstands-Assistenz
Brandschneise 1
64295 Darmstadt
Tel. 06155/846922
Fax 06155/846911


Angefügt war der selbe Brief vom Hof, den ich oben schon gepostet hatte. Also ist es in der Tat so, das es genau SO vorgefallen ist. Der Hof hat sich in diesem Schreiben dafür ja auch entschuldigt. Meiner Meinung nach hätte so etwas auf einem zertifizierten Demeterhof gar nicht passieren dürfen !!!!

LG,
Lars
 
S

sonnenblümchen

Guest
Ja normalerweise......aber steckt die Chefetage von Demeter in den Köpfen der Leute...bei so einem großen Unternehmen kann man das gar nicht...auf jeden Fall werden die sich jetzt darum bemühen, dass sowas nicht mehr vorkommen wird. Demeter ist trotzdem in meinen Augen ein gutes Unternehmen, die nichts dafür können, wenn ein oder zwei Leute aus der Reihe tanzen. Wollen mal die Kirche im Dorf lassen. Es ist ganz schrecklich, was da passiert ist, das ist keine Frage.
 

Pollywauz

Lutz Wolfram
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Also das möchte ich jetzt hier mal richtig stellen, DEMETER ist keine Firma, sondern ein Verband, in welchen viele Betriebe, nicht nur in Deutschland vertreten sind.

Die Grundlage der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und damit die Praxis von Demeter-Betrieben ist die anthroposophische Gedankenwelt und Methodik von Rudolf Steiner, die er ab 1924 als „geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ entwickelte. Sie erhebt den Anspruch, nicht allein die materiellen Substanzen und die physischen Abläufe der Natur, sondern auch übersinnliche, kosmische Kräfte als Gestaltungsfaktoren im Blick zu haben. Die Förderung eines gesunden Zusammenspiels von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Erde und Kosmos steht im Mittelpunkt. Die Erzeugung unbelasteter Nahrungsmittel ist dabei nicht erstes Ziel, sondern Konsequenz.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Demeter_(Marke)

Hier finden Sie die Demeter-Richtlinien komplett.

Vielfalt einer starken Gemeinschaft

Die Demeter-Bewegung als unternehmerisches Netzwerk fördert die Entwicklung der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise, um die Lebensgrundlagen auf dieser Erde sichern und den Menschen in seinem positiven Wirken zu stärken. In der Kooperation tragen Erzeuger, Verarbeiter, Händler und Verbraucher partnerschaftlich zur Marktgestaltung bei. Diese Assoziation behält den Menschen und seine Bedürfnisse im Blick und wird der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung gleicher maßen gerecht. Faire Preise und soziale Verbindlichkeit sind gemeinsame Arbeitsfelder. Die weltweit größte Anbieter-Gemeinschaft ökologischer Waren bündelt die Vielfalt individuell handelnder, selbständiger Unternehmer unter einem Zeichen, dem Demeter-Markenzeichen.

In Deutschland wirtschaften rund 1400 Landwirte mit über 50 000 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Zum neuen Demeter e. V. gehören zudem die Vertreter von etwa 330 Demeter-Herstellern und –Verarbeitern sowie Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel.

Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in 38 Ländern auf über 3500 Betrieben mit rund 100 000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet. Der weltweite Umsatz mit Demeter-Produkten wird auf rund 220 Millionen Euro geschätzt
Quelle: http://www.demeter.de/hauptmenu/kennenlernen/
 
S

sonnenblümchen

Guest
Ein Verband ist gut Pollywauz, aber doch irgendwie ein Unternehmen oder?.....Schließlich machen Sie ja auch Gewinne oder irre ich mich da jetzt?
 

Pollywauz

Lutz Wolfram
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Bei Demeter handelt es sich um einen "eingetragenen Verein (e.V.)", in wie weit ein solcher Verein Gewinne machen darf und ob er dies überhaupt darf, kann ich nicht sagen. Die einzelnen Unternehmen in diesem Verein machen natürlich Gewinn es sind ja schließlich alles einzelne Unternehmen, egal ob es sich um Erzeuger-, Verarbeitungs- oder Vermarktungsbetriebe handelt. Alle Firmen, die in diesem Verein sind verpflichten sich aber nach den Richtlinien des Vereins zu arbeiten.
Demeter ist nicht der größte, mit mehr als achtzig Jahren aber der älteste ökologische Landbauverband mit weltweit über 3.200 Betrieben (Deutschland: 1.350, Baden-Württemberg: 455) und rund 100.000 Hektar Fläche (Deutschland: 50.000). Demeter hat als einziger Anbauverband international gel­tende Richtlinien, so dass auch für Importware der Demeter-Quali­tätsanspruch erfüllt wird.
Quelle:http://www.demeter-bw.de/demeter_kurz.php

Dies ist kein Finanzbericht und es handelt sich um eine PDF-Datei(104,13KB).
Jahresbericht 2010 - Demeter Baden-Württemberg
 

proMensch

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Na die einzelnen Betriebe wollen natürlich Gewinne erzielen und halten sich dann an die Richtlinien von dem Demeter Verein. Der zertifiziert das ganze, verkauft ja aber nicht die Produkte der einzelnen Höfe. Von daher kann man schon sagen, dass sie als solches keinen Gewinn erwirtschaften im Sinne eines Betriebes. Sondern nur der Dachverband ist, der eine einheitliche Qualität gewährleisten soll.

Zu dem Vorfall denke ich, dass er durchaus passiert ist, aber die Frage ist natürlich in welcher Form. Ich habe auch meine Zweifel, dass es so passiert sein soll, wie die Dame beschreibt. Zu wenig Fakten und viel zu hetzerisch formuliert. Das klingt meiner Meinung nach eher wie ein pupertierendes Mädchen. ?(
Das der Hof Stellung bezieht halte ich nur für richtig, bestätigt aber in meinen Augen nicht den Brief, sondern nur das Fehlverhalten. Die werden schon ordentlich mit ihren Viechern umgehen, weil sonst machst du keinen Demeter Hof auf. Du ackerst wie ein Bekloppter und verdienst auch keine goldene Nase dabei.

back again, Juan.
 
S

sonnenblümchen

Guest
Warum wird die Ware dann unter dem namen Demeter verkauft. Wird das so in einem eingetragenen Verein gemacht?...Die werden sich ja bestimmt was dabei gedacht haben, dass es nur ein eingetragener Verein ist.
 

Pollywauz

Lutz Wolfram
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Die Waren werden unter dem Namen DEMETER verkauft, um den Käufern zu signalisieren, das die Produkte von Mitgliedsbetrieben und nach den Richtlinien des Vereins erzeugt, verarbeitet und vertrieben werden.
 
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